Der Glaubensgrundsatz (Dogma)von der „Unbefleckten Empfängnis“ Mariens

Versuch einer theologischen Aufklärung

Unbefleckte EmpfängnisAm 8. Dezember jeden Jahres feiert die Kirche das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria“. Dieses Dogma gründet sich auf das Apostolische Schreiben von Papst Pius IX. von 1854. Es besagt in knappen Worten, dass Maria durch ein einzigartiges Gnadenprivileg Gottes vom allerersten Augenblick ihrer Existenz an von der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde. Oder, etwas einfacher gesagt: Maria stand vom Beginn ihres Daseins an – in Hinsicht ihrer Berufung – in der Gnade Gottes.Dieses Hochfest Mariens feiert die katholische Kirche schon seit 300 Jahren.Da der 8. Dezember aber immer in den Advent fällt, hält sich hartnäckig die Meinung, dass dieser Glaubensgrundsatz etwas damit zu tun hat, auf welche Weise Maria unseren Herrn Jesus empfangen hat – gleichsam als Vorbericht zum Geschehen in der Heiligen Nacht.So ist es aber nicht.
Wie wir aus der Heiligen Schrift wissen, verkündet der Engel Maria die baldige Empfängnis, bewirkt durch Heiligen Geist. Bei Lukas lesen wir in Kap.1,30: „Fürchte dich nicht, Maria, du wirst ein Kind empfangen…“Und in 1,35 hören wir: „…Heiliger Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten."


Die Kirche und besonders Papst Pius IX. wollten mit diesem Dogma in der Mitte des 19. Jahrhunderts die besondere Stellung Mariens hervorheben, denn sie wurde durch die besondere, einmalige Gnade Gottes Mutter unseres Erlösers.
Sie hat, ohne Wenn und Aber, Ja gesagt zum Heilswerk Gottes.
Es sollte somit klar geworden sein, dass der 8.Dezember ausschließlich ein Fest für Maria ist und nur sehr indirekt mit der Empfängnis und Geburt Jesu zu tun hat.

Text: Peter Spitzer