Wissenswertes über Mariä Himmelfahrt

Ferragosto nennen die Italiener den heißesten Tag des Jahres, an dem die katholische Kirche den "Heimgang Mariens", wie es früher hieß, oder das "Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel" begeht. Nach dem meteorologischen Höhepunkt des Jahres und der Himmelfahrt Mariens werden die Tage dann wieder kühler, zumindest statistisch gesehen.

In Italien ist dieser Tag nach dem Triumph des Kaisers Augustus über seine ägyptischen Widersacher benannt. Nicht ganz zufällig legte Cyrill von Alexandrien im 5. Jahrhundert ein Marienfest auf dieses Datum, mit dem die Ostkirchen bis heute das Kirchenjahr beschließen.

Papst Pius XII., der die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel 1950 zum Dogma erhob, verknüpfte dieses Fest mit dem Gedenktag Maria Königin am 22. August, dem Oktavtag von Maria Himmelfahrt, wie es im Deutschen nicht ganz richtig heißt: die lateinische Sprache unterscheidet zwischen der Himmelfahrt Christi, die er aus eigener Kraft bestreitet, und der Aufnahme Mariens. Während für die himmlische Krönung Mariens, dem fünften Geheimnis des glorreichen Rosenkranzes, durch eine mariologische Deutung zweier Psalmentexte eine biblische Grundlage besteht, gibt es keinen Bericht über den Tod oder die Himmelfahrt Mariens in der Heiligen Schrift, derer im vierten Geheimnis des Rosenkranzes gedacht wird.

Traditionell werden am 15. August Kräuter gesegnet, die zu dieser Zeit in voller Blüte stehen.
Der seit dem 9. Jahrhundert belegte Kräutersegen wird auf einen apokryphen Text zurückgeführt, in dem berichtet wird, dass dem leeren Grab Mariens ein Duft von Rosen und Kräutern entströmte. Den gesegneten Kräutern wird besondere Heilkraft für Mensch und Vieh zugesprochen, ein Kaminfeuer, in das man sie wirft, schützt vor Blitzschlag.

 

Aus dem Pfarrblatt des Pfarrverbandes Mariahilf - St. Josef ob der Laimgrube 2/2019.